Die ungarische E-Steuer-Story

The Hungarian e-tax story: from sales tax book to real-time invoicing (RTIR 2.0)

Hungary has always been one of the most complex tax areas in terms of sales tax. It is above all the reporting obligations that justify this “fame”. This includes, in particular, the scope of the sales tax return, the summary invoice declaration (the so-called sales tax book) and the recently introduced reporting on real-time invoicing (Real-time Invoice Reporting, RTIR).

The Hungarian National Tax and Customs Administration (NTCA) has been working to combat VAT fraud for several years. Hungary was one of the first countries to introduce the extended VAT reporting requirement in addition to the solutions based on the reverse charge mechanism. The first measure of this kind introduced by the administration was the summary sales tax return of invoices for domestic sales and purchase transactions (the so-called sales tax book).

VAT book – the first step (2013)

This obligation was first introduced in 2013 as an annex to the VAT return (form xx65M). At that time, the threshold for reporting sales and purchase transactions was set at HUF 2 million of the VAT amount. It was later reduced to HUF 1 million in 2015 and finally to HUF 100,000 in July 2018, when the RTIR was introduced.

In this step, the NTCA requested that taxpayers should exchange the full list of (sales and purchase) invoices in order to provide a broader view of the sales tax transactions carried out using a predefined, unified system. In particular, the report contains the invoice number, the invoice date, the net and sales tax amount. As part of the VAT reporting requirement, this report must be submitted in accordance with the deadline for the VAT return (by the twentieth day of the month following the reporting period).

In the course of time, the NTCA has developed further specifications for the VAT process, which aim to standardize the format and scope of the data provided by taxpayers. In particular, from 2014 taxpayers must notify the NTCA of the software they are using for invoicing. Since 2016, invoicing has to be able to provide data in a predefined format in the event of a tax audit (SAF format).

However, the real revolution came with the requirement for real-time invoicing reporting. Since its introduction, it has been a real challenge in terms of the timely provision of invoice data in a technical and high-quality form.

RTIR – Real-time Invoice Reporting (2018)

The obligation for RTIR was anchored in the Hungarian law in Appendix No. 10 of the VAT Act (CXXVII of 2007) and applies from July 1, 2018. According to this regulation, taxpayers are obliged to electronically transmit invoice data to the NTCA immediately after the invoice has been issued .

Seit ihrem Inkrafttreten im Jahr 2018 hat die RTIR-Lösung bereits verschiedene und zahlreiche Änderungen erfahren, die zur Entstehung von 2 Hauptversionen (1.1 und 2.0) geführt haben. Mit Wirkung vom Juni 2019 wurde eine neue Version (1.1) des XSD-Schemas eingeführt, um den Umfang und die Qualität der gemeldeten Daten zu erhöhen (z. B. wurde der Wechselkurs für ausländische Rechnungen obligatorisch). Zudem sollte die Datenvalidierung verbessert werden. Seitdem sind eine Reihe von Entwicklungen eingeleitet und abgeschlossen worden, und es wurde angekündigt, dass die neueste Schemaversion ab April 2020 (2.0) verfügbar sein wird.

Geltungsbereich

Der Geltungsbereich der Meldepflichten entspricht dem Meldeumfang des Umsatzsteuerbuchs. Der Schwellenwert ist jedoch deutlich gesunken – ab dem 1. Juli 2018 beträgt er 100.000 HUF (ca. 320 EUR). Kurz gesagt, die Vorgabe umfasst die Live-Berichterstattung über alle Rechnungen, die sich auf inländische Lieferungen beziehen, wenn der Wert der Rechnung den genannten Schwellenwert überschreitet. In der Praxis bedeutet dies, dass alle innergemeinschaftlichen Lieferungen, Exporte oder steuerfreien Transaktionen von den Vorgaben für RTIR ausgenommen sind. Darüber hinaus ist der Geltungsbereich beschränkt auf Rechnungen im B2B-Bereich.

Nach der Umsetzung der RTIR-Vorgaben wird das Umsatzsteuer-Buch in diesem Umfang nicht länger benötigt. Da sich die RTIR auf Verkaufstransaktionen bezieht, ist das Umsatzsteuer-Buch für Verkäufe nicht mehr erforderlich. Auf der Einkaufsseite wird das Umsatzsteuer-Buch jedoch weiterhin benötigt, um das Recht auf Vorsteuerabzug ausüben zu können.

Im Gesetz wurde ferner eindeutig festgelegt, dass Steuerpflichtige der Einfachheit halber alle Rechnungen melden dürfen, ohne den oben genannten Schwellenwert (100.000 HUF) zugrunde zu legen. In solchen Fällen erfordert das ERP-System keine Unterscheidung der Rechnungen nach dem Schwellenwert.

Die zu meldenden Rechnungsdaten umfassen alle obligatorischen Elemente der Rechnung, die im Umsatzsteuergesetz aufgeführt sind. Steuerpflichtige können sich jedoch freiwillig dafür entscheiden, weitere Rechnungsdaten zu senden – das XSD-Schema erlaubt es ihnen, andere Daten als die vom Umsatzsteuergesetz vorgeschriebenen einzubeziehen (z. B. Daten, die für die Zwecke der Verbrauchsteuer relevant sind).

Fälligkeitstermine

Die ungarische Gesetzgebung sieht keine länderspezifischen Fälligkeitstermine vor, erwähnt aber, dass Transaktionen sofort, ohne Verzögerung stattfinden sollen.

Die einzigen klar festgelegten Fristen beziehen sich auf Steuerpflichtige, die Rechnungen in Papierform (vorgedruckte Formulare) ausstellen. Die Frist beträgt fünf Tage bei Rechnungen im Umsatzsteuerwertbereich von 100k bis 500k HUF, und einen Tag bei Rechnungen > 500k HUF.

Format

Die NTCA hat XML als Format für die Übermittlung der Rechnungsdaten definiert. Die Datenübertragung erfolgt über die REST-API-Schnittstelle. Jede Datenübermittlung wird von der NTCA validiert. Der Absender erhält eine Rückmeldung, die bestätigt, ob die Daten abgelehnt (technischer Fehler) oder akzeptiert (semantischer Fehler; Akzeptanz) wurden.

Was ist neu in RTIR 2.0? (2020)

Zunächst einmal besteht die wichtigste Änderung aus technischer Sicht darin, dass der SHA-Algorithmus geändert wurde – der SHA-512 wurde durch die neueste Algorithmusversion SHA3 ersetzt. Dies ist der Hauptgrund für die Erstellung einer völlig neuen Version des Schemas (Endpunkt/Namespaces).

Zweitens wurde eine Reihe von Änderungen am Inhaltsschema der Rechnungen vorgenommen. Im Folgenden finden Sie Beispiele für die neuen Funktionen, die in RTIR 2.0 enthalten sein sollen:

  • eine Reihe neuer Kennzeichen: Kennzeichen für kleine Steuerzahler (smallBusinessIndikator), Kennzeichen für periodische Abrechnung (periodicalSettlement), lineNatureIndikator (zur Beschreibung der Art des Produkts/der Dienstleistung),
  • obligatorisches InvoiceDeliveryDate-Tag,
  • der Umfang (die Länge) bestimmter Felder wurde geändert (z. B. PostalCodeType, lineDescription-Tag, ProductCodeCategoryType usw.).

Drittens gibt es Änderungen an den API-XSD-Operationen. Es gibt einige neue Operationen (z. B. /manageanulment, eine separate Operation zum Versenden eines technischen Stornos), einige Operationen wurden weiterentwickelt (z. B. wurde /queryinvoiceData in drei verschiedene Operationen aufgeteilt), einige wurden umbenannt (z. B. wurde die Operation /queryInvoiceStatus, die zur Abfrage des Bearbeitungsstatus von Rechnungen verwendet wird, in /queryTransactionStatus umbenannt).

Zusätzlich zu den oben genannten Änderungen gibt es auch einige Änderungen bezüglich der (FEHLER-)Meldungen, die als Antwort auf die verschiedenen Anfragen übermittelt wurden.

Da die kommende Version eine wesentliche Änderung darstellt, ist die Kompatibilität zwischen den Versionen eingeschränkt. Dies gilt insbesondere für die Abwärtskompatibilität. Es ist darauf hinzuweisen, dass zwei verschiedene Versionen der XML-API und die Verwendung der korrekten Versionen entscheidend für die Erfüllung der RTIR-Vorgaben sein werden.

Als allgemeine Regel gilt, dass beim Versuch, auf die (Rechnungen, Stornierungen) zuzugreifen, die Versionsnummer der Abfrage mindestens der Version entsprechen muss, die für die angeforderten Daten relevant ist. Beispielsweise kann eine Eingangsrechnung mindestens mit der Version, in der sie übermittelt wurde, abgefragt werden, d. h. 2.x-Abfragen finden alle 1.x- und 2.x-Rechnungsdaten, aber 1.x-Abfragen finden nur ihre eigenen 1.0- und 1.1-Daten.

Wie wird es weitergehen? Die wichtigsten Schritte und Daten für RTIR 2.0

Am 15. Oktober 2019 hat NTCA eine Testumgebung für Version 2.0 zur Verfügung gestellt. Es ist geplant, dass Steuerpflichtig ab Februar 2020 ihre Rechnungen freiwillig mit der Version 2.0 melden können.

Der voraussichtliche Termin für die verpflichtende Einführung von RTIR 2.0 für Steuerpflichtige ist voraussichtlich der 4. April 2020.

Der 1. Juli 2020 stellt einen Meilenstein dar, da die derzeitige Meldeschwelle von 100 000 HUF aufgehoben wird. Damit gilt für alle Transaktionen zwischen inländischen Steuerpflichtigen die Meldepflicht bei HU TA, unabhängig von der Höhe der Umsatzsteuer.

There are still a few months to prepare. However, since this is a fundamental version change, taxpayers can no longer hesitate. Instead, you should carefully review the specifications, bearing in mind that this requires close cooperation between tax and IT teams.

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